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Die Rodelproduktion schreitet voran

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Die Produktion der Kufen ist ein sehr wesentlicher Schritt in der Herstellung einer Rodel.Wir setzen hier auf die traditionelle gedämpfte und gebogene Eschenkufe. Verleimte Kufen kommen für uns trotz dem Preisvorteil nicht in Frage, auch nicht das „Stückeln“ einer Kufe (hier wird nur ein kleiner Teil gebogen und ein gerades Stück an das gebogene geleimt).

Heuer haben wir bereits Kufen für 2.500 Rodeln angefertigt (leider muss man hier noch mit Ausfällen rechnen). Da der Prozess sehr aufwendig ist, wird es noch etwas dauern, bis wir die Kufen für die Saison 2014/15 fertig haben.

Schritte des Biegens einer Kufe.

  • Auswahl der Hölzer
    Die Hölzer müssen beste Qualität aufweisen, da es sonst zu Brüchen oder Splitterungen kommt-auch Äste dürfen keine enthalten sein. Die „größte“ Kufe (Grazer Rodel) erfordert eine Länge von bis zu 3 Metern.

  • Zuschneiden des Rohlings
    Je frischer das Holz ist, umso besser lässt es sich biegen. Der Zuschnitt des Holzes erfolgt bei uns im hauseigenen Sägewerk aus Mittelbrettern mit stehenden Jahrringen an der Bandsäge. Die entstandenen Bretter werden mittels der Vielblattkreissäge zu den endgültigen Rohlingen verarbeitet.

  • Die Erweichung des Holzes
    Holz lässt sich nur dann dauerhaft deformieren, wenn es zuvor eingehend durch Dämpfen erwärmt und befeuchtet wurde. Es lässt sich aber auch dann nur stauchend verformen.

    Durch den Einfluss hoher Temperaturen und Wasser werden bestimmte verzahnte Strukturen (Fibrillen) im Holz gelöst.
    Nach der Abkühlung und Trocknung verzahnen diese „Klettverschlüsse“ wieder in der neuen Position. Deshalb behält gebogenes Holz seine neue Form weitgehend bei. Für die Erweichung des bis zu drei Meter langen Rohlings mit dem Querschnitt von 80 x 45 mm ist eine eingehende Dämpfung nötig. Danach muss alles sehr schnell gehen, denn das Holz kühlt rasend schnell aus.

  • Biegen der Kufe
    Menschliche Kräfte, am langen Hebel reichen zwar aus, um ein erweichtes Holz zu biegen, aber der Hebel wird stetig kürzer und kühlt rasant aus, sobald die Arbeit beginnt. Die angelegten Kräfte müssen also größer werden.

    Ein weiteres Problem mit dem langen Hebel ist die Eigenschaft des Holzes, jeweils am schwächsten Punkt nachzugeben.

    Hierdurch entstehen irreversible Knicke.
    Zur Vermeidung der Knickbildung ist es also nötig, möglichst nah am Scheitelpunkt zu drücken.

    Dies erfordert aber Kräfte von mehr als 2000kg. Schraubzwingen bester Qualität drücken aber maximal 1000 kg. Abgesehen von der Unzumutbarkeit der manuellen Fertigung sprechen auch die physikalischen Tatsachen für eine spezielle Maschine.
     

  • Die Biege-Maschine
    Bei dieser Maschine handelt es sich um eine Spezialanfertigung, da unsere Branche nur wenige Produzenten hat und noch weniger, welche traditionell fertigen.
    Im Wesentlichen besteht die Maschine aus einem Drehteller mit einem Durchmesser von etwa 1,5m mit einem an der Unterseite montierten Zahnrad (ebenfalls 1,5m Durchmesser). Ein Zahnrad mit 20 cm Durchmesser treibt das große an und führt zu einer langsamen Bewegung mit ausreichend Kraft.
    Am Scheitelpunkt befindet sich eine Metallschiene welche mit Pneumatik an den Rohling gedrückt wird. Eine weitere Pneumatik Vorrichtung presst den Rohling in die Form.

  • Die Auskühlung
    Die ersten 24 Stunden kühlt die neu entstandene Kufe in der Form aus, dies ist erforderlich, um Absplitterungen und Verformungen zu verhindern.
    Die weitere Trocknung muss langsam und ohne den Einsatz einer Trockenkammer erfolgen.Bis die Fibrillen sich wieder verfestigt haben, dauert es bis zu 2 Monaten, erst danach kann die Restfeuchtigkeit mittels einer Trockenkammer gesenkt werden.

Posted by Martin Riesinger

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Martin Riesinger

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