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Lärche und ihre Eigenheiten

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Die Lärche gilt als sehr widerstandsfähig und wird sehr gerne im Außenbereich für Dielen aber auch Fassaden und Gartenmöbel eingesetzt.
Wie auch bei anderen Holzarten gilt jedoch, Lärche ist nicht gleich Lärche und damit ist nicht der Unterschied der Sibirischen Lärche zur heimischen gemeint.

Wenn Sie eine Lärchendiele oder einfach ein Lärchenbrett kaufen so erwerben Sie klarerweise einen Teil eines Stammes, ein Stamm mit unterschiedlichen Schichten welche unterschiedliche Eigenschaften besitzen.
Bei den Schichten spricht man vom Splint einer eher dünnen Schicht hellem Holz, dem Kernholz welches rötlich gefärbt ist und dem Kern.

Ähnlich wie die Kiefer und die Douglasie besitzt die Lärche einen ausgeprägten Unterschied zwischen Kernholzbereich und Splintholz, das Splintholz ist eher weich und eignet sich nicht als „Bauholz“. Da die Splintschicht bei der heimischen Lärche sehr schmal ausfällt sind die am Markt befindlichen Bretter zu 95% Splintfrei die Angabe, dass die Lärchenbretter Splintfrei sind dient in diesem Fall eher als Marketing Aussage bzw. zur Rechtfertigung von Preisen. Würde Splintholz im Außenbereich zum Einsatz kommen so würde dieser Bereich mit stärkerer Rissbildung schnell an „Schönheit“ verlieren. Neben diesen optischen Aspekt weißt das Splintholz auch eine geringere Dauerhaftigkeit als das Kernholz auf.

Das Kernholz ist eine breite und klar erkennbare Schicht  des Stammes, dieser Bereich weist all die positiven Eigenschaften auf die man der Lärche zuschreibt. Diese Nutzschicht ummantelt den Kern, welche an sich keine schlechten Eigenschaften aufweist, er ist eine härtere Schicht mit engeren Jahresringen. Der Kern neigt auch zum Verzug, das bedeutet dass Bretter oder Pfosten aus Lärchenkern schnell krumm werden. Das Problem welches der Kern verursacht findet sich im Übergang zwischen Kern und Kernholz. Durch die unterschiedlichen Eigenschaften verhalten sich die Schichten auch unterschiedlich bei Trocknung und Feuchtigkeitsaufnahme, diese unterschiedlichen Ausdehnungen führen zu Spannungen und Rissen. Im Extremfall trennt sich der Kern vollständig vom Kernholz und der Riss wird zum Bruch.

Die Holzlieferanten unterscheiden desshalb zwischen Lärche (hier ist die Kernfreiheit nicht garantiert), kernfreier (Holzbretter völlig ohne Kern) oder kerngetrennter Lärche.

Das kerngetrennte Holz beschreibt Bretter  oder Pfosten bei denen beim Zuschnitt darauf geachtet wird den Kern zu vierteln und so die Spannungen zu reduzieren, gegenüber dem kernfreien Holz können hier noch Risse auftreten, eine Abspaltung des Kerns ist hier aber eher unwahrscheinlich.

Diese Reaktionen (Risse) sind im Innenbereich bzw. bei behandelten Lärchen zwar auch zu beobachten, jedoch in geringeren Ausmaßen.

Auch Äste oder vielmehr ihre „Reste“ können sich unangenehm auswirken, hier muss man aber klar zwischen Nutzflächen, wie sie bei Gartenmöbel zu finden sind, und Sichtflächen, wie bei Fassaden und Zäunen, unterscheiden. Der Ast bricht nicht, wie bei der Fichte, aus (auch hier ist es keine zwingende Notwendigkeit) aber er dehnt sich unterschiedlich. Während das Kernholz sich stärker zusammenzieht hält der Ast seine Proportionen fast gleich, das Resultat ist ein etwas hervorstehender Ast-Rest welcher speziell bei lackierten Oberflächen zu unerwünschten  optischen Auswirkungen in der Oberfläche führt. Dies passiert in der Regel sehr langsam und so entwickelt sich der „Schaden“ über Monate und Jahren.

Ungeachtet all dieser Eigenheiten ist die Lärche ein nahezu unverwüstliches Holz, es kann Jahrzehnte der Witterung trotzen und zeigt außer einer grauen Färbung des Holzes keinerlei Veränderung. Aber auch die Lärche stellt Ansprüche. So ist ein direkter Erdkontakt auf Dauer (wir sprechen hier von Jahren) ein möglicher Auslöser für Morschheit. Im Vergleich zu Tropenhölzern, welche sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, ist ein geringere Tendenz zur Splitterbildung gegeben, jedoch weit in weit kleinerem Ausmaß als allgemein propergiert wird. So ist eine Terrassendiele aus Lärche keinesfalls ein Mienenfeld für Kinderfüße (noch weniger wenn sie die Diele mit Ölen behandeln).

In Summe kann man der Lärche (sowohl der heimischen als auch der Sibirischen) eine sehr gute Gesamtnote geben. Neben den guten Eigenschaften ist nicht zuletzt der ökologische Aspekt ein Argument für die Lärche.